THW in Halbzeit zwei zu stark – HCH unterliegt mit 26:19 in Kiel

Am achten Spieltag der Opel Handball-Bundesliga gastierte der HANDBALL CLUB HAMBURG beim THW Kiel. Im Duell mit dem deutschen Rekordmeister erkämpfte sich der HCH ein Remis zur Halbzeit, musste sich am Ende jedoch mit 26:19 geschlagen geben.

11. Oktober 2026

Bärenstarke erste Hälfte

Der HCH, der kurzfristig auf seinen Kapitän Elias Kofler verzichten musste, startete gut in die Partie. Frederik Bo Andersen eröffnete den Torreigen für die Hamburger: Der Däne, von rechts zur Mitte eingerückt, wird gesucht und gefunden von Dominik Axmann. Das 0:1 in der ersten Minute.

In der Folge rückte der Kieler Torhüter Gonzalo Pérez de Vargas zunehmend in den Mittelpunkt und legte mit seinen Paraden den Grundstein für die zwischenzeitliche 3:1-Führung der Zebras. Doch die Mannschaft von Cheftrainer Torsten Jansen präsentierte sich für das Nordduell sowohl mental als auch taktisch gut eingestellt.

In der siebten Minute stellte der HCH im Angriff auf Sieben-gegen-Sechs um und schuf sich damit zusätzliche Räume gegen das Kieler Starensemble. Bereits nach wenigen Sekunden zahlte sich die taktische Anpassung aus: Frederik Bo Andersen fand auf Rechtsaußen viel Platz, den der 27-Jährige nutzte, und verkürzte auf 3:2 (7.).

Es war der Beginn einer starken Phase der Gäste. Martin Høvde stellte vom Kreis gewohnt sicher auf 3:3 (8.), ehe Oliver Norlyk mit seinem Treffer einen 3:0-Lauf der Hamburger vollendete und den HCH erneut in Führung brachte (10.).

Der THW Kiel leistete sich in der Anfangsphase immer wieder technische Fehler und fand zudem in der gut organisierten Hamburger Defensive um Torhüter Robin Haug seinen Meister. Auch Hendrik Pekeler scheiterte aus nächster Nähe am Norweger (14.). Es blieb ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

HCH überzeugt mit variabler Offensive

Die Zuschauer in der MERKUR Ostseehalle erlebten eine starke erste Halbzeit der Hamburger. Der HCH überzeugte mit einem breiten Angriffsspiel und fand neben Frederik Bo Andersen, der bis zur Pause vier Treffer erzielte, auch immer wieder Noah Beyer auf Linksaußen. In der Schlussphase des ersten Durchgangs brachte Beyer die Hanseaten erneut in Führung (10:11). DHB-Nationalspieler Julian Köster erzielte wenige Augenblicke später den Treffer zum 11:11 – der Pausenstand. 

Kiel erhöht nach der Pause den Druck

Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich die Mannschaft von Børge Lund deutlich verbessert und brachte ihre defensive Qualität zunehmend zur Geltung. Das in der ersten Halbzeit so erfolgreiche Sieben-gegen-Sechs der Hamburger verlor an Wirkung. Die Kieler übernahmen erstmals seit der siebten Spielminute wieder die Führung und bauten ihren Vorsprung in der Folge aus. Lukas Laube stellte in Überzahl auf 20:15 – die erste Fünf-Tore-Führung des Nachmittags (42.).

HCH kämpft bis zum Schluss

Die Hamburger, mit der jüngsten Mannschaft der Liga, gaben sich dennoch nicht auf. Norwin Pein, der mittlerweile für Robin Haug zwischen den Pfosten stand, sammelte an alter Wirkungsstätte weitere Einsatzminuten und überzeugte mit drei Paraden. Auch Hamburgs 19-jähriges bosnisches Talent Alem Hadzic trug sich mit seinem Treffer zum 24:18 (57.) in die Torschützenliste ein. Noah Beyer verkürzte anschließend per Siebenmeter auf 24:19 (59.).

Am Ende setzte sich der Rekordmeister THW Kiel mit 26:19 durch und bleibt mit nur einer Niederlage gegen den SC Magdeburg in der Top-Riege der Opel Handball-Bundesliga.

Für den Handball Club Hamburg gilt es nun, die starke erste Halbzeit als positive Erkenntnis mitzunehmen und die anstehende Trainingswoche intensiv zu nutzen. Am kommenden Samstag wartet mit dem Auswärtsspiel bei der SG BBM Bietigheim eine wichtige Aufgabe, bei der es erneut auf Geschlossenheit, taktische Disziplin und die in Halbzeit eins gezeigte Mentalität ankommen wird.

Torsten Jansen: „Wir hatten einen guten Anfang. Irgendwann machte sich aber über das gesamte Spiel hinweg die Qualität bemerkbar. Mit Elias ist bei uns heute ein wichtiger Spieler ausgefallen, bei einer ohnehin schon dünnen Personaldecke.“

Handball Club Hamburg: Haug (4 Paraden), Pein (3 Paraden); Andersen (5 Treffer), Hovde (4), Beyer (4, davon 1 Siebenmeter), Jørgensen (3), Norlyk (2), Hadzic (1), Schmidt, Gadza, Geenen, Unbehaun, Axmann, Olafsson, Daling, Kofler (n. e.)