Das jüngste Team der Liga, noch immer von Ausfällen wichtiger Leistungsträger gebeutelt, startete mit viel Energie in seine vierte Auswärtspartie in Folge. Toma Gadza erzielte in der zweiten Spielminute den ersten Hamburger Treffer zum 1:1. In einer umkämpften Anfangsphase suchten beide Mannschaften konsequent den Weg zum Tor und lieferten sich einen offenen Schlagabtausch.
Die Mannschaft von Cheftrainer Torsten Jansen warf alles in die Partie. Wie groß der Einsatz war, zeigte sich exemplarisch in der neunten Spielminute: Nachdem der HCH im Angriff auf Sieben-gegen-sechs umgestellt hatte, sprintete Robin Haug zurück und parierte den Wurf der Gastgeber über das gesamte Feld. Unmittelbar danach war Martin Hovde zur Stelle: Der norwegische Kreisläufer entschärfte in bester Torhüter-Manier den Wurf von Lukas Becher auf das leere Tor. Nur wenige Sekunden später traf Hovde auf der Gegenseite selbst und verkürzte auf 4:3 (10.).
Im weiteren Verlauf erspielte sich der Bergische HC eine Zwei-Tore-Führung. Robin Haug, der im ersten Durchgang auf eine Quote von 38 Prozent gehaltener Bälle kam, war ein wichtiger Rückhalt. Mit einem Spielstand von 13:11 für die Gastgeber ging es in die Halbzeitpause.
Hamburg kämpft sich zurück
Der zweite Durchgang begann mit einem 3:0-Lauf des Bergischen HC. Mit fünf Toren Rückstand war nun vor allem der Kampfgeist der Hamburger gefragt. Dominik Axmann setzte ein erstes Zeichen und leitete mit dem 16:12 (34.) eine starke Phase unserer Mannschaft ein.
Angeführt von den Dänen Jørgensen, Norlyk und Andersen kämpfte sich Hamburg Schritt für Schritt zurück in die Partie. Andersen verkürzte aus spitzem Winkel auf 17:16 (41.). Der HCH war wieder in Schlagdistanz.
In der 50. Spielminute gelang den Hamburgern schließlich der erste Ausgleich seit der zweiten Spielminute. Nicolaj Jørgensen traf mit einem kraftvollen Schlagwurf in den rechten Knick – keine Chance für den an diesem Sonntagabend stark aufgelegten BHC-Torhüter Kristian van der Merwe (35 Prozent Paradenquote).
Entscheidung fällt in der Schlussphase
Die Partie entwickelte sich immer mehr zu einer echten Nervenschlacht. Der erst 19-jährige Alem Hadzic belohnte den Hamburger Einsatz und erzielte voller Entschlossenheit den ersten Führungstreffer unseres jungen Teams an diesem Abend zum 23:24 (55.). Am Ende hatte der Bergische HC jedoch das glücklichere Händchen: Sie gingen 42 Sekunden vor Ende mit 26:25 in Führung und verwalteten den Vorsprung erfolgreich.
Für den Handball Club Hamburg gilt es nun, den Blick nach vorn zu richten. Am kommenden Freitag kehrt die Mannschaft nach mehreren Wochen wieder in die heimische Sporthalle Hamburg zurück. Gegen die Rhein-Neckar Löwen will das Team von Torsten Jansen an den Heimsieg gegen die HSG Wetzlar im letzten Heimspiel anknüpfen. Mit der Unterstützung der Fans soll vor heimischer Kulisse der Befreiungsschlag gelingen.
Torsten Jansen: „Glückwunsch an den BHC zum letzten Endes knappen Erfolg. Es hätte in den letzten Minuten in die ein oder andere Richtung gehen können. Am Ende macht Sören Steinhaus den Deckel drauf. Wir haben in den letzten Sekunden nicht die Dinge geschafft, die wir angedacht haben, obwohl wir das Momentum in der Schlussphase eigentlich ein wenig auf unserer Seite hatten. Aber so ist der Sport.“
HANDBALL CLUB HAMBURG: Haug (12 Paraden); Pein (n.e.); Norlyk (6 Treffer), Hovde (5), Gadza (3), Jørgensen (3 Tore/ 1 Siebenmeter), Andersen (2), Schmidt (2), Hadzic (2), Axmann (1), Valiullin (1), Beyer, Geenen, Daling (n.e.), Olafsson (n.e.), Unbehaun (n.e.)