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Krönung der Vier-Tage-Tour: HSVH feiert 34:26-Erfolg beim TVB Stuttgart

Der Handball Sport Verein Hamburg hat zum Abschluss der viertägigen Tour durch Deutschland einen deutlichen 34:26-Auswärtssieg beim TVB Stuttgart eingefahren. Die Hamburger waren über die gesamte Spielzeit das bessere Team und hatten einen bärenstarken Jens Vortmann im Tor, an dem sich die Stuttgarter die Zähne ausbissen. 

Am heutigen Sonntag, den 26.09., hat der Handball Sport Verein Hamburg zum ersten Mal ein Auswärtsspiel in der LIQUI MOLY HBL gewonnen. Die Hamburger setzten sich in der vorgezogenen Partie des 10. Spieltags der LIQUI MOLY HBL mit 34:26 (14:19) beim TVB Stuttgart durch. 3903 Zuschauer in der Porsche-Arena sahen eine äußerst überzeugende Leistung des HSVH, der vorne durch hohe Treffsicherheit glänzte und einen super aufgelegten Jens Vortmann im Tor hatte.

Die heutige Partie beim TVB war für drei HSVH-Akteure ein ganz besonderes Spiel: Torwart Johannes Bitter wechselte erst in diesem Sommer aus Stuttgart an die Elbe, Manuel Späth trug bis 2020 das Trikot des TVB und Tobias Schimmelbauer hat insgesamt acht Spielzeiten bei den Schwaben gespielt, bevor er 2019 zum damaligen Zweitligisten HSVH wechselte.

Die Stuttgarter von Neu-Trainer Roi Sánchez gingen punktlos in das Spiel und hatten ihre ersten drei Saisonspiele allesamt verloren. Der HSVH, der direkt aus Leipzig nach Stuttgart gereist war, hatte nach dem Heimsieg gegen die Rhein-Neckar Löwen auch am vergangenen Donnerstag in Leipzig einen Punkt geholt (27:27) und trat mit dem Selbstvertrauen aus zwei Spielen ohne Niederlage an.

Guter Start des HSVH und deutlicher Vorsprung zur Pause

Dieses Selbstbewusstsein war den Hamburgern auch von der ersten Minute an anzumerken. Schimmelbauer, Späth und Bitter standen alle von Beginn an auf der Platte und halfen mit, dass der HSVH nach 0:1 (1. Minute, Jan Forstbauer) und 1:1 (2.) mit einem 3:0-Lauf in die Partie startete und so bereits nach 6 Minuten mit 4:1 in Führung lag. In Unterzahl kassierte der HSVH dann allerdings das 3:5 (9.) und 4:5 (11.) und musste nach einem vergebenen Siebenmeter von Niklas Weller (12.) den Ausgleich zum 5:5 (13.) hinnehmen.

Als Dominik Axmann in der 14. Minute mit seinem ersten Bundesliga-Tor das 6:8 erzielte, war der HSVH wieder mit zwei Toren in Führung. Bis zum 9:10 (17.) schloss Stuttgart immer wieder auf ein Tor auf, bevor Niklas Weller (18., 9:11) und Leif Tissier (18., 9:12) den Vorsprung mit einem Doppelschlag innerhalb weniger Sekunden auf drei Tore erhöhten. Kurz zuvor schickte HSVH-Coach Torsten Jansen Jens Vortmann für Johannes Bitter ins Tor und wechselte damit den Mann des Tages ein.

Stuttgart tat sich in den Folgeminuten in der Offensive schwer und haderte mit leichten Ballverlusten und Würfen, die das Tor verfehlten. Der HSVH blieb hingegen konsequent und baute den Vorsprung durch Azat Valiullin (22., 11:15) erstmals auf vier Tore aus. Kurz vor der Pause vergrößerte Dominik Axmann den Vorsprung sogar auf fünf Tore zum 14:19 (29.). Mit diesem Abstand gingen beide Teams in die Kabinen.

Überragender Vortmann hält Stuttgart auf Distanz

Bis zur Pause konnten Jens Vortmann und Johannes Bitter je eine Parade verbuchen und hatten noch keinen großen Einfluss auf den Spielverlauf. Das änderte sich aber kurz nach dem Seitenwechsel: Vortmann startete mit einem gehaltenen Siebenmeter in den zweiten Durchgang (33., gegen Patrick Zieker) und fischte noch einen zweiten Ball weg, ehe Stuttgart Philipp Bauers Treffer zum 14:20 (33.) mit dem Tor zum 15:20 (33.) beantworten konnte.

Sechs Minuten und fünf Vortmann-Paraden inklusive eines weiteren gehaltenen Siebenmeters später war der HSVH plötzlich beim Stand von 15:23 (39., Casper Mortensen) mit acht Toren in Führung. Erst in der 40. Minute gelang es Jerome Müller, wieder einen Ball am bärenstarken Vortmann vorbei zu bringen und das 16. Tor der Hausherren zu erzielen. Auch das 17:23 (41.) erzielte TVB-Linkshänder Müller.

In den Folgeminuten trafen beide Teams im Wechsel und der HSVH war immer sechs oder sieben Tore in Führung. Valiullin konnte nach einer erneuten Vortmann-Parade (48.) in der 50. Minute zum 20:28 und wieder auf acht Tore erhöhen. Schon zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich der Hamburger Sieg klar ab, da das Jansen-Team nicht nachließ und konsequent die eigenen Chancen nutzte und immer wieder auf Jens Vortmann zählen konnten.

So tat es der guten Leistung auch keinen Abbruch, dass Niklas Weller noch ein zweites Mal per Siebenmeter an TVB-Keeper Tobias Thulin scheiterte (51.). Es brannte auch in der Schlussphase nichts mehr an und der HSVH brachte das Ergebnis souverän über die Zeit. Außer Lukas Ossenkopp, der wegen einer Erkältung geschont wurde, setzte Trainer Jansen in der Schlussphase alle mitgereisten Spieler ein. Und so gehörte der Schlusspunkt der Partie Jonas Gertges, der zum 26:34-Endstand traf (60.) – passenderweise eingeleitet von einer letzten Parade von Jens Vortmann. Der 34-Jährige konnte am Ende beeindruckende 43% aller gegnerischen Würfe abwehren und avancierte damit zum Matchwinner für den HSVH.

Vorbereitung auf Wetzlar beginnt am Dienstag

Nach dem Spiel ging es für das HSVH-Team per Flugzeug zurück nach Hamburg, um die viertägige Auswärtstour über Leipzig nach Stuttgart schnellstmöglich aus den Knochen zu kriegen. Am Montag hat das Team trainingsfrei und beginnt dann am Dienstag mit der Vorbereitung auf die HSG Wetzlar, die am Donnerstag (30.09., 19:05 Uhr) in der Barclays Arena zu Gast ist.

In Vorbereitung auf den kommenden Gegner warten auf Jansen und sein Team spannende Videoanalysen des letzten Spiels der Wetzlarer: Am heutigen Sonntag zerlegte die HSG die TSV Hannover-Burgdorf mit 38:16 und fuhr durch den 22-Tore-Vorsprung den höchsten Sieg der Vereinsgeschichte und einen der höchsten HBL-Siege überhaupt ein.

Doch dem Schub des HSG-Rekordsiegs hat der HSVH eine eigene Serie entgegenzusetzen: Seit nunmehr drei Spielen hat der Aufsteiger aus Hamburg in seiner Premieren-Saison in der LIQUI MOLY HBL nicht mehr verloren und steht derzeit mit 5:5 Punkten auf Tabellenplatz 6 (ein Spiel mehr als die meisten anderen Teams). Mit einem so guten Saisonstart hatte wohl niemand gerechnet. Der TVB Stuttgart rutscht durch die Niederlage weiter ab und steht mit 0:8 Punkten am Tabellenende, von dem der HSVH sich nun bereits mit fünf Punkten abgesetzt hat.

Das war heute wirklich super, viel mehr muss ich dazu gar nicht sagen. Dieser Start-Ziel-Sieg war niemals so zu erwarten und wir haben es mit einer wahnsinnigen Energieleistung geschafft. Jetzt fahren wir mit 3 Punkten aus zwei Auswärtsspielen nach Hause – das macht mich schon stolz. Trainer Torsten Jansen

SPIEL-STATISTIK

HAMBURG: Bitter, Vortmann – Forstbauer (5 Tore), Mortensen (4), Bergemann (4), Tissier (4), Weller (4), Bauer (3), Valiullin (3), Axmann (3), Späth (2), Schimmelbauer (1), Gertges (1), Andersen, Kleineidam, Ossenkopp (n.e.)

Jens Vortmann:

43%

gehaltene Bälle

Team-Quoten:

Wurfquote
0%
Quote gehaltener Bälle
0%
Erfolgreiche Angriffe
0%

Bilder zum Spiel:

Fotos: Bildermacher-Sport Jens Koerner

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